Back to the roots

Back to the Fuchsberg

Auf den Fuchsberg in Mauth

Ein paar Schritte – und Erinnerungen werden wach

Eine kleine Wanderung – wie vor vielen Jahren. Unverändert.

Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Aber ich vermute mal, ja. Denn jeder hat wohl an spezielle Erlebnisse spezielle Erinnerungen.
Es können Lieder sein, bestimmte Ereignisse. Oder eben auch bestimmte Orte. So erging es mir vor Kurzem. Wir haben meinen Vater anlässlich seines Geburtstages besucht – und irgendwie hat es mich gepackt, ich sollte mal wieder auf den Fuchsberg wandern. Wer jetzt unter Fuchsberg einen großen Berg oder ähnliches erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Es ist einfach “nur” ein Hügel in der Gemeinde Mauth-Finsterau.

Aber eben ein Gebiet, in dem ich meine Kindheit verbracht habe, und gerade auf dem Fuchsberg hab ich mich oft herumgetrieben. Ich mochte damals schon die Ruhe und Stille, die man dort entdecken konnte. Gerade wenn ich Bedarf hatte nach einer Auszeit, Bedarf nach “Einfach nix”, dann war der Fuchsberg in meiner Kindheit mein Ziel. Ich kletterte dort auf den Felsen umher, und war der größte Abenteurer, den man sich vorstellen konnte. Meine Phantasie kannte dort keine Grenzen. Auch wenn ich tatsächlich nie ein großer Abenteurer war, auf dem Fuchsberg war ich für mich und ich war in meiner Welt daheim – und ich fühlte mich als solcher.

In meiner Welt daheim

Vielleicht lag es daran, dass die letzte Zeit nicht nur extrem stressig und hektisch erschien, sondern es auch tatsächlich war. Aber gerade beim letzten Besuch hat es mich irgendwie mal wieder auf den Fuchsberg gezogen. Und so schnappte ich mir frühmorgens Hund Sammy und machte mich auf den Weg hinauf zum Fuchsberg. Es dauerte nicht lange – dann war es wieder da.
Das Gefühl, das mich auch damals schon beschlich, wenn ich in der Gegend unterwegs war und die scheinbar unmöglichsten Abenteuer erlebte. 

Als ich den großen Felsen oben erblickte und auf diesen kletterte, fühlte ich mich sofort in die Zeit zurückversetzt. Einzig das Klettern auf den Felsen erschien mir dann doch etwas anstrengender als ein paar Jahre zuvor…

Aber ich kletterte hoch, und war der selbe “Abenteurer” der ich auch vor etwa 30 Jahren schon war. Trotz der Zeit die dazwischen liegt – es war ein extrem vertrautes und wunderbares Gefühl. Ich merkte, wie nur die paar Schritte – denn letztlich war der Weg ja nicht allzu weit – befreiend wirkten. Und die paar Minuten Auszeit, die paar Minuten der Reise zurück in die Vergangenheit haben mir viel der in den letzten Tagen verloren geglaubter Kraft wieder zurück gegeben. 

Ich war sehr froh, dass ich diese Schritte, sozusagen “back to the roots”, an diesem kühlen Sonntagmorgen im Herbst gegangen bin.