“Bei mir” – Werner Schmidbauer ist wieder unterwegs. Solo. Fast. 

Lang wurde sie erwartet, und von vielen Fans und Anhängern der Musik von Werner Schmidbauer schon regelrecht herbeigesehnt: Die Solo-Tour “bei mir”, auf die sich der Liedermacher nach über einem Jahr Pause nun seit Oktober diesen Jahres gemacht hat. Wobei Solo-Tour eigentlich nur die halbe Wahrheit ist – aber dazu später mehr. 

Ich hatte tatsächlich das große Glück, dass der Tourstart quasi vor meiner Haustüre stattfand – und zwar in der mittlerweile fast schon legendären “Alten Schmiede” in Riedlhütte, quasi dem (ganz) kleinen Bruder des Lustpielhaus München von Till Hofmann. Und da musste ich natürlich dabei sein, als jemand der die Musik von Werner schon Jahrzehnte (ja! Jahrzehnte!) verfolgt. 

Die Erwartungen waren dann doch gross, muss ich zugeben. Werner alleine auf der Bühne? Ohne Martin Kälberer? Die Vorstellung war anfangs noch etwas ungewohnt. Wie wird die Musik so “schmidbauerisch pur” wirken? Nur mit Gitarre, Mundharmonika, Gesang? Werden die Klassiker in dem neuen Gewand wirken und funktionieren? Fragen, die ich mir bis kurz vor dem Konzert stellte. 

Sollten sich aber auch nur ansatzweise nur ein paar kleine, leise Zweifel ob der Wirkung der Songs oder des Nicht-Anwesend-Seins von Martin Kälberer aufgetan haben, so waren diese aber sofort mit Beginn des Konzertes und des ersten Songs verflogen und hatten sich als unbegründet herausgestellt. 

Vom ersten Akkord und von den ersten Geschichten an hat Werner gezeigt, was Liedermacherei in Reinkultur ausmacht. Und dass es dafür in einem solchem Rahmen und an einem solchen Abend dann auch tatsächlich nicht mehr braucht, als eben auch nur Gitarren, Mundharmonika und Gesang. Das, was Werner Schmidbauer im Vorfeld angekündigt hat – nämlich dass er bei seiner Solo-Tour die Essenz und Intimität seiner Songs dem Publikum näher bringen möchte – funktioniert nicht nur. Es wirkt. Und bietet den Rahmen für einen sehr seelennahen und besonderen Abend. 

Die großen schmidbauerschen Klassiker fehlten. Und fehlten doch nicht. 

Wer allerdings die ganz grossen schmidbauerschen Klassiker erwartet hatte, der wartete etwas umsonst. Die haben gefehlt. Wobei – sie haben eigentlich meiner Meinung nach überhaupt nicht gefehlt, ganz im Gegenteil. Die Auswahl der Songs war eine sehr persönliche – und haben den Rahmen und den Titel der Tour – “bei mir” – bestens abgesteckt. Die Songs, die teilweise noch gar nicht live gespielt wurden, bzw. schon lange Zeit nicht mehr, gaben einen sehr besonderen, tiefen Einblick in das Werk von Werner Schmidbauer. Und genau in diesem Rahmen, genau in dieser Besetzung – ich glaube einen viel besseren Platz hätten sich diesen Songs nicht aussuchen können und wollen. 

Werner Schmidbauer SOLO? Nun, so ganz ohne Unterstützung auf der Bühne geht es dann scheinbar ja doch nicht für Werner. Denn im zweiten Teil des Konzertes hat er einen ganz besonderen Gast begrüßt. Einen jungen Liedermacher aus Berlin: Valentin Schmidbauer. Der gleiche Nachname ist kein Zufall, denn es handelt sich dabei um Werners Sohn! Valentin Schmidbauer hat ein paar seiner eigenen Songs vorgestellt, und auch wenn es rein sprachlich schon ein kleiner Bruch war, so merkt man Valentin die Gene des Vaters durchaus an. Und die Songs, die Vater & Sohn dann gemeinsam gespielt haben, groovten richtig! 

Der langen Rede kurzer Sinn: Leute, wenn ihr die Möglichkeit habt – geht’s hin zu den zwei Schmidbauers. Ein launiger, seeliger, intimer, berührender und wunderbarer Abend voll Musik und Geschichten wird euch erwarten. Und ihr werdet es sicher nicht bereuen. 

(P.S. Diese Bilder stammen nicht vom Konzert in der Alten Schmiede, sondern vom Konzert in Landshut. Herzlichen Dank für die Bilder!)

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