Was wir von Kindern lernen können. Und sollen.

 

D ieser Beitrag schwirrt mir schon länger im Kopf herum. Bisher habe ich aber nicht die Zeit und Muße finden können, diese Gedanken aufs “virtuelle Papier” zu bringen. Ich trage diese Gedanken jetzt seit unserem diesjährigen Sommerurlaub in Porec, Kroatien, mit mir herum. Es war – wieder – ein absolut wunderbarer Urlaub mit wunderbaren Menschen und ganz wunderbaren Momenten, die wir in der Zeit dort im Süden sammeln konnten.

Und wie es so ein Urlaub halt nun mal an sich hat, und dafür ist er ja letztlich auch da, findet man dort Zeit, sich mal wieder auf gewisse Dinge besinnen zu können. Auf die eigentlich wichtigen Dinge. Es gab während des Urlaubes eine wunderschöne Veranstaltung direkt am Strand von Porec. Es spielte eine wunderbare Band, es gab ein tolle Show dazu und wir haben diese Veranstaltung mit unserem Sohn besucht, der zu der Zeit noch 6 Jahre war. Zum Abschluss des “Events” gab es ein beeindruckendes Feuerwerk, das passend zur Musik abgefeuert wurde.

Irgendwo abgespeichert.

Jetzt ist man als Erwachsener ja schnell geneigt zu sagen: “Ja, es war schon nicht schlecht.” Aber so richtig wertschätzen und anerkennen tut man es dennoch nicht. Weil es irgendwie “normal” ist. Es wird schnell abgestempelt und als weiteres Erlebnis irgendwo abgespeichert.

Ziel des Lebens ist das wiederzugewinnen, was wir als Kinder verlieren.

Nun saß aber während dieses Feuerwerks mein Sohn direkt vor mir, und ich habe eigentlich mehr ihn beobachtet als die Zeremonie als solche. Ich merkte und spürte einfach, welche Begeisterung dieses Ereignis als Gesamtheit in ihm auslöste. Das Feuerwerk, die Musik dazu, einfach die gesamte Atmosphäre.

In dem Moment habe ich mich dann wirklich darauf besinnen können, wie wichtig und wertvoll genau solche Momente sein können. Und sollen. Man kann jetzt natürlich von einem Feuerwerk halten was man mag, aber es geht bzw. ging mir auch nicht darum. Mir wurde in dem Moment bewusst, wie viel wir von den Kindern lernen können. Nicht nur sie sollen von uns Erwachsenen lernen. Sondern auch umgekehrt.

In dem Zusammenhang ist mir auch ein Zitat eingefallen, welches ich einmal in einem Interview vom wunderbaren Thorsten Otto mit Werner Schmidbauer gehört habe: “Ziel des Lebens ist das wiederzugewinnen, was wir als Kinder verlieren.” Mir sind diese Zeilen immer wieder mal in den Sinn gekommen. Aber so richtig Wucht haben sie erst bei diesem Erlebnis im Juni in Porec erhalten.

Wir können von den Kindern lernen

Ich glaube, besser kann man das Ziel des Lebens, oder mag es vielleicht besser formuliert sein: “Ziel des Älterwerdens”, nicht ausdrücken. Wenn wir uns das zum Ziel setzen, diese Leichtigkeit, die wir alle im Lauf des Lebens und des Erwachsenwerdens verlieren, diese Begeisterung für die vermeintlich kleinen Dinge und Freuden des Lebens zumindest ansatzweise wieder auferwecken können – wäre das nicht wunderbar?

Davon bin ich überzeugt, dass es sicher zu mehr Zufriedenheit beitragen kann, wenn man das Glück nicht immer nur in den “erwachsenen” Dingen zu finden sucht, sondern wenn man sich die Freude auch in den “kindlichen” Dingen wieder bewahren kann. Ein hehres Ziel, dessen bin ich mir bewusst. Aber genauso bewusst bin ich mir über die Wirkung, welche die Umsetzung bewirken kann. Auch allein schon der Versuch.

Ich bin dankbar für dieses Erlebnis und diese Erkenntnisse. Und ich werde versuchen, dies soweit es geht auch umzusetzen. Wenn ich auch weiß, dass es mir nicht immer gelingen wird.

Aus dem Süden des Herzens,

Dane