I bin dahi – dieser Song aus der Feder von Werner Schmidbauer ist wohl einer der Songs, der mich schon mit am längsten begleitet. Ich habe dieses Lied als eines der ersten von Werner überhaupt gehört. Und es war ein Song von ihm, der mich vom ersten Moment an sehr, sehr “geblitzt” hat. Diese Formulierung habe ich schon öfter hier in meinem Blog für die Musik verwendet. Es bedeutet für mich nichts anderes, als dass ich mich bzw. meine Gesichte sehr wiederfinde. Es ist oft unglaublich, wie sehr die Texte von Werner aus meinen Leben zu stammen scheinen. Oder, wie es mein Onkel Lui mal formulierte: “Es scheint, als wäre er ein Stück des Weges in meinen Schuhen gegangen.” Habe ich so noch nicht gehört, diesen Vergleich. Aber er trifft zu.

I bin dahi

Und bei diesem Song, “I bin dahi”, trifft es ganz besonders zu. Und auch in den verschiedenen Versionen, in der er existiert. Als Studioversion mit der Band SchmidbauerS, als Live-Version, oder als “Liedermacher pur” Version, zusammen mit Martin Kälberer.
I bin dahi hat eigentlich noch einen zweiten Titel, der zumindest auf der Studio-Veröffentlichung auf der CD “SchmidbauerS” genannt wurde: “Schmidl’s Traum”. Werner hat einmal erzählt, dass er den Song und die Erinnerungen, die er in diesem Lied besingt, eines Nachts geträumt. Gleich am nächsten Morgen hat er sich dann hingehockt, und das Lied “I bin dahi” fertig geschrieben. Und man merkt diesem Song auch an, dass er sehr, sehr persönlich ist und Werner darin sehr persönliche Momente verarbeitet.

Ich finde es einfach faszinierend, wie sehr mich die Musik von Werner Schmidbauer und dieser Song im besonderen aufbauen, motivieren und einfach eine Hilfe sein kann.

Werner Schmidbauer – I bin dahi

Stell da vor, neulich schlender i so dahi, wia ollawei. 
Auf oamoi is ma so, als spür i an Blick auf mir. 
Also bleib i kurz steh, drah mi um und seh:
Die Frau, die fast no a Madl war, wo mia uns troffa ham, vor zwoa moi 10 Jahr.
Mia ham fest glaubt, dass des mit uns wos werd. Heut hod sie a Mann. 
Und sie lebt – hob i ghört – mit zwoa Kinder irgendwo im Norden drom. 
Und iatzt stehts hinter mir und sie mecht ma wos sogn.

Und sie winkt mir noch, bleib hoid do, wart auf mi. 
Owa i – i bin dahi. 

Stell da vor, neulich schlender i so dahi, wia ollawei. 
Auf oamoi is ma so, als spür i an Blick auf mir. 
Also bleib i kurz steh, drah mi um und seh:
Den Mo, der fast na a Bua war, der erste von uns mit lange Haar.
Mit Dope in da Pfeiffn und Genesis – It’s time for lunch – woast wia schee des is?
Und mitm erst Bus hoam und fünfe en da Früh. Und der Schwur, unser Freindschaft, de zerbricht nie.
Und dann ois vorbei, weil oaner hod glogn. Und iatzt steht er do und er mecht ma wos sogn.

Und er winkt mir noch, bleib hoid do, wart auf mi. 
Owa i – i bin dahi. 

Stell da vor, neulich schlender i so dahi, wia ollawei. 
Auf oamoi is ma so, als spür i an Blick auf mir. 
Also bleib i kurz steh, drah mi um und seh:
De Frau, de scho owei mei Mutter war. Ganz jung auf oamoi, mit nauf toupierte Haar’
De voller Hoffnung und Angst und bedingungslos de drei Männer gliabt hod, der moi in ihrem Schos dahoam war’n.
Heid is oaner tod, de andern san gross. Und sie waad jetzt frei.
Dabei wollt sie doch blos a Familie zum sich drum kümmern hab’m.
Und iatzt stehts hinter mir, und mecht ma wos sag’n.

Und sie winkt mir noch, bleib hoid do, wart auf mi. 
Owa i – i bin dahi. 

Stell da vor, neulich schlender i so dahi, wia ollawei. 
Auf oamoi is ma so, als spür i an Blick auf mir. 
Also bleib i kurz steh, drah mi um und seh:
Den gloana Werner, heid fast a oida Mo. Naja, ned wirklich, owa manchmoi, do fühl i mi so. 
Obwoi i des wos i draamt hob als gloane Bua, heid leben deaf, owa meistens is des ned gnua. 
Weil der Rucksack voi Zweifel, der bleibt mei Gepäck, des i mir rumschlepp – Heid a Held, moang a Depp. 
Und je weida i geh, umso mehr muas i tragn.
Und iatzt steh i selber hinter mir, und i mecht ma wos sogn.

Und i wink ma noch, bleib hoid do, wart auf mi. 
Owa i – i bin dahi.