Erstmals erschien der Song “I glaub” von Werner Schmidbauer auf dem Live-Album “oiweiweida, live!”. Entstanden ist dieser Song in der Zeit, als gerade der große “Hang-Hype” von Martin Kälberer ausgelöst wurde. Das Instrument Hang, welches Martin Kälberer wohl wie nur wenige auf dieser Welt beherrscht. Und da es anfangs nur einen Hang-Song von Werner Schmidbauer und Martin Kälberer gegeben hat, die Rufe aber nach weiteren immer laut waren, musste halt dann ein neuer Hang-Song her. Nachdem das erste Hang-Stück rein instrumental war, war der zweite Song dann auch mit Gesang. “I hob dann a Liad gschriem – für Hang und für Gsang.” erzählte Werner Schmidbauer auf den Konzerten.

Und so entstand unter anderem aus dieser Geschichte der Song “I glaub”. Die zweite Geschichte dahinter war, dass Werner – obwohl selbst aus der Kirche ausgetreten – gefragt wurde, in seinem Heimatort einen Gottesdienst musikalisch zu begleiten. Und so hat er sich hingesetzt, und zu schreiben begonnen. Und es wurde beim Schreiben klar, dass er sehr wohl weiß, an was der glaubt. Aber auch – und in diesem Kontext finde ich das sogar noch wichtiger und bemerkenswerter – an was er eben nicht glaubt.

Ein Lied für “Hang und Gsang”

Wie ich schon so oft in dem Blog geschrieben habe, so sind die Zeilen, die Werner in diesem Song schrieb und singt, sehr deckungsgleich mit meinen Anschauungen. Man wird immer wieder zwangsläufig damit konfrontiert, an was man den zu glauben hätte. Welche Werte in unserer Welt denn von so großer Bedeutung wären, um an diese zu glauben. Ich glaube aber, dass wir mittlerweile an einem Punkt gelangt sind, an dem man sich nicht aufdiktieren lassen sollte, was den zu glauben sei und was nicht. Genau diese Botschaft drückt dieser Song für mich aus. Und wie gesagt, die Zeilen decken sich fast genau mit meinen Ansichten.

Das Lied hat mittlerweile schon etliche Jahre auf dem Buckel, und hat sich ständig entwickelt. Nicht textlich. Sondern musikalisch. Von der ersten Version, “für Hang und Gsang” hin zu einer Studioversion, die auf dem Album “Momentnsammler” erschienen ist. Und jetzt in einer sehr intimen, reduzierten Version auf dem Solo-Album “bei mir” von Werner Schmidbauer. Und gerade diese letzte Version unterstreicht die Botschaft dieses “Glaubensbekenntnisses” in für mich einmaliger Art und Weise.

Ein Song, der mich über die Jahre immer sehr stark begleitet hat, und mir oft Kraft und Mut gespendet hat.

Werner Schmidbauer – I glaub

I glaub ned an Macht, i glaub ned an Geld.
I glaub ned an Wirtschaft und Wachstum.
Doch i glaub, was mein Herz mir erzählt.
I glaub an Musik und an di.

I glaub ned ans Prinzip, i glaub ned an Mission.
I glaub ned an Krieg und an Waffen.
Doch i glaub ganz fest: Nix is verloren.
Und das wir das, was wir wollen, endlich schaffen.

I glaub ned an des G’schwätz von dene Damen und Herren,
die uns täglich erzählen wollen, wo’s lang geht.
Sich vor Machtgeilheit selber verzehren,
und die dei Leb’n und mei Leb’n nix ogeht.

I glaub ned an die Chefs, i glaub ned ans System.
I glaub ned an Noten und Druck.
Doch für die, die für Freiheit und Menschlichkeit gehen,
glaub i ganz fest, gibt’s koan Weg mehr z’ruck.

I glaub ned an Angst, i glaub ned an Tod.
Und dass danoch einfach ois aufhört.
Doch i glaub, dass jeder an Schutzengel hod,
und dass an was wir glaub’m endlich wahr wird.