Wie bereits schon mal in meinem Blog geschrieben, wird der geniale Musiker Martin Kälberer seine neues Album baltasound veröffentlichen. Das Album ist nun mittlerweile auch fertigstellt – und wird am 04. Mai im Prinzregentheater München offiziell vorgestellt. Dazu geht Martin Kälberer natürlich auch wieder auf Tour.

Wie bereits im Vorfeld der CD berichtete, handelt es sich bei baltasound um eine Bucht auf der Insel Unst (Shetlands). Wie man auf seiner Website lesen kann, hat Martin dort viel Zeit verbracht. Insbesondere nach langen und fordernden Tourneen oder Produktion war er dort, um neue Kräfte zu sammeln. Nach Zeiten der vollen Informationsflut den Kopf wieder “leer” zu machen. Und Kraft und Inspiration für Neues zu schaffen. Und dies war dann letztlich auch die Grundlage für das neue Album baltasound. Die Eindrücke, das Erlebte und die auf baltasound gefassten Gedanken in Musik zu fassen und weiterzuentwickeln. Wie Martin schreibt – es ist ein Soundtrack zu seinen “inneren Bildern”, die er auf dem neuen Album zusammengefasst und entwickelt hat.

Soundtrack der inneren Bilder

Somit darf man wiederum gespannt sein. Wie Martin es geschafft hat, eben diese Bilder und Eindrücke in Musik zu packen, und die Zuhörerschaft dann auf die musikalische Reise gen Norden, nach baltasound, mitzunehmen. Es klingt in jedem Falle wieder sehr spannend und experimentell. Und wird vielleicht wieder einmal beweisen, dass Musik letztlich mehr sein kann und soll, wie die bloße Aneinanderreihung von Tönen. Es kann auch eine Reise ins Innere bedeuten, auf die man sich einlassen muss, um es erleben zu können. Um so vielleicht auch seine eigenen Gedanken wieder ordnen zu können und Erlebtes verarbeiten zu können.

Videoausschnitte baltasound

Im Vorfeld der Veröffentlichung von baltasound hat Martin Kälberer auf seinem youtube-Kanal und auf seiner Facebook-Seite Ausschnitte des “baltasounds” veröffentlicht. Und ein paar Gedanken dazu geschrieben. Ich finde das eine wunderbare Idee, denn so kann man schon auf diese Art und Weise die ersten Schritte der Reise unternehmen. Diese möchte ich euch natürlich an dieser Stelle nicht vorenthalten:

01. Arrival
Ankunft. Erstaunen. Eine gewisse Schwere. Da ist ja nichts … Verharren, Betrachten. Langsam schärfen sich die Sinne für eine eigentümliche, archaische Poesie …..

02. Late Walk
Es wird spät dunkel, der Übergang ist schleichend und zeigt sich in hunderten von Stimmungen, zwischen dämmrig, milchig und spektakulären Kontrasten. Irgendwann kapituliert der innere Fotoapparat.

03. Morning
Kein Tag ist wie der andere. Jeder beginnt überraschend und neu. Und bleibt selten bei einer Einstellung. Jeder scheint bemüht, sein komplettes Repertoire zu zeigen – lässt man sich darauf ein, kommt es zu fulminanten Aufbrüchen, Wendungen und Einsichten.

04. Near and far
Entfernungen sind relativ. Das Ziel manchmal fern, unerreichbar, von den Elementen versteckt und bewacht, plötzlich mitten drin, nah und förmlich zu erschmecken. Und immer in Bewegung.

05. Turn
Sicher geglaubtes verändert sich. Je nach Perspektive ein anderes Bild. Mit jeder Drehung eine Wendung. Klein geglaubtes riesengroß.

06. Red Sky
Wo kommt hier das ganze Rot her? Wo eigentlich nur blau, grün und grau – in allen Schattierungen – herrschen, verschafft sich das Rot übermächtig Geltung … vielleicht nur um zu zeigen, dass es das kann ….

07. Peatbog
Eine ganze Insel, bestehend aus einem riesigen Torfbrocken. Nichts als dieses feine Gewebe aus organischem Irgendwas, nicht Erde, nicht Schlamm, zusammengehalten von filigranem Wurzelwerk, Jahrtausende alt. Was karg und leer erscheint, ist reich und vielfältig, bunt und laut, einladend nicht.

08. Rich Emptiness
Man kann stundenlang auf denselben Fleck schauen, alles scheint gleich und doch ändert sich ständig alles. Wo scheinbar nichts ist, verbirgt sich Vielfalt und Reichtum. Eine prall gefüllte Leere.

09. Dancer on the beach
Träges, großes Tier, im Wasser ein eleganter Jäger, an Land eher ungelenk. Scheint die Sonne, kommt auch mal Übermut auf und etwas, das mit viel Fantasie als Tanz verstanden werden kann, zur Aufführung. Der Übergang zu eher aggressivem Balzgehabe scheint fliessend.

10. Sleep
Nur eine dünne Zeltwand, draussen, umgeben von Wind und Meer, wie laut kann Stille eigentlich sein? Und wie still das Getöse?