“Samsara – der ewige Kreislauf des Lebens” – der neue Film von Ron Fricke

Vor einiger Zeit habe ich bereits in meinem Blog über den Film “Baraka – Atem des Lebens” geschrieben, über den ich mehr oder weniger zufällig mal gestolpert bin. Der mich aber nach wie vor sehr, sehr beeindruckt.

Nun gibt es vom Macher von “Baraka”, Ron Fricke, einen neuen Film, den ich mir natürlich gleich besorgt und angeschaut habe. Aber ist es auch ein neues Meisterwerk, welches Ron Fricke da  erstellt hat??

Samsara FilmDie Rede ist von dem Film “Samsara”, und allein schon der auf den ersten Blick vielleicht sonderbar klingende Titel lässt so einige Parallelen zu seinem Vorgänger Baraka vermuten. Stammt das Wort Baraka aus der Sprache der Sufi (und bedeutet in etwa so viel wie “Atem des Lebens”), so bedienten sich die Filmemacher nun aus dem Sanskrit: Samsara meint hier (im buddhisten Sinne) in etwa “der ewige Kreislauf des Lebens mit der ständigen Wiederkehr von Geburt, Dasein und Tod”. Und tatsächlich, meiner Meinung nach trifft diese Umschreibung des “ewigen Kreislaufes” den Inhalt des Filmes recht genau.

Ähnlich wie bei Baraka, stellen die Filmemacher um Ron Fricke auch hier die großen Gegensätze auf unserem Planeten gegenüber, und das in sehr, sehr eindringlicher Manier. Vielleicht ist die Gegenüberstellung in “Samsara” sogar noch etwas drastischer als bei seinem Vorgängerfilm. Die Schönheit der Natur, die Vollkommenheit des Seins in all seiner Ausprägung, völlig bei sich zu sein scheinende Mönche, herrliche Landschaften – das in etwa sind die positiven Aspekte, die der Film zu vermitteln versucht.

Dem gegenüber stehen die – meist von Menschhand geschaffenen – Schattenseiten unseres Seins: unfassbar erscheinende Menschentrauben in den Megacities dieser Erde (viele Zeitrafferaufnahmen dramatisieren diese Bilder wohl sehr bewusst), sonderbarste technische Errungenschaften der Menscheit, absonderlich erscheinende Rituale und Gepflogenheiten und noch etliches mehr.
Ganz besonders eingeprägt haben sich beim ersten Anschauen zwei Szenarien: Zum einen die “Müllkinder” in Afrika, die inmitten technischer, hochgiftiger (und westlicher…) Abfälle nach etwas Verwertbarem suchen, und deren Behausungen sich gleich neben diesen hochtoxischen Lagern befinden.

Samsara FilmUnd zum anderen die schonungslos offenbarenden Einblicke in die Massentierhaltung. Riesige Zuchtstationen, Apparate zur “Einsammlung” und mundgerechten Zerlegung von Geflügel und noch vieles mehr wird in diesem Film offen gezeigt. Ich habe schon im Internet Rezensionen über diesen Film gelesen, die schrieben, dass sie diese Anblicke übersprungen haben…

Zum Schluss fängt einem der Film wieder ein, und er bringt den geneigten Zuschauer wieder zum Anfang zurück – zu den Tempeltänzerinnen, die Frieden und Einklang mit sich selbst vermitteln. Und das ist es wohl, was uns die Filmemacher mit diesem Werk auf den Weg geben wollen: Mehr im Einklang mit uns selbst und der Natur, dem Schöpferischen, zu leben.

Der offizielle Trailer zu Samsara

Genau wie Baraka kommt “Samsara” ohne jegliches gesprochenes Wort aus, sondern lebt von seinem Sound. Im Großen und Ganzen ist auch die Musik zu diesem Film wieder herausragend, kann aber meiner Meinung nach nicht an den sensationellen Soundtrack von Baraka heranreichen. Dazu ist er manchmal etwas zu stark esotherisch angehaucht.

Für mich ist so ein kleines Fazit: Der Film hat doch sehr viele Parallen zu Baraka (manche sehen darin auch eine “Fortsetzung des Endloswerkes von Ron Fricke”), die Bilder & der Sound sind überwältigend. Und auch die Botschaft des Films kommt an, auch wenn es ab und an mal durch die eingesetzten Effekte und filmtechnischen Spielereien so wirkt, als hätte jetzt der Finger unbedingt in diese Wunde gelegt werden müssen.Baraka - Film von Ron Fricke

Ron Fricke selbst sagt über diesen Film, es sei eine “100 Minuten dauernde, geführte Meditation”. Diese Ansicht teile ich nur bedingt, für eine Meditation wird einfach zu oft auf die Schattenseiten unseres Planeten verwiesen.

Aber – durch die echt sensationelle Bildqualität, den entsprechenden Soundtrack und die Botschaft – gehört “Samsara”, auch trotz (oder vielleicht gerade wegen?) der Parallelen zu Baraka zu einem herausragenden Film, den man aber nicht im Vorbeigehen und so nebenbei schauen sollte.

Hier noch der Trailer zum Vorgänger “Baraka”

Weitere Infos:

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