Auftanken. Durchatmen.

Tankstelle Natur.

Gerade dann, wenn “es ansteht”, wenn man sich gefühlt in einem Tunnel befindet, der nur einen Anfang hat, aber kein Ende, dann ist für mich höchste Zeit, um raus in die Natur zu gehen. Aufzutanken, und durchzuatmen. 

Raus an die Tankstelle Natur.

Auftanken. Durchatmen.

Wenn der Akku mal wieder auf Reserve steht, dann wird es höchste Zeit, einfach mal “raus” zu gehen.

Vielleicht kennt ihr dieses Gefühl ja auch (und ich lehne mich an der Stelle jetzt mal so weit aus dem Fenster und sage, ihr kennt es mit Sicherheit). Momente, wo einem vieles, auch das vermeintlich leichte, zur Last wird. Die einfachsten Dinge scheinen unüberwindlich. Kurzum – man befindet sich in einem Tunnel, der nur einen Anfang, aber keine Ende zu haben scheint. Da unsere Gesellschaft vielfach bzw. allermeist davon geprägt ist, dass nur übermäßig (und dadurch vielleicht ungesundes?) schnelles Erreichen des nächsten Ziels als Erfolg gewertet und als Leistung definiert wird, glaube ich, dass diese Phasen die meisten von uns kennen. 

Was ist Erfolg? Was ist Leistung?

Nicht, dass wir uns falsch verstehen – solche Umstände gehören natürlich auch mit dazu, und sie prägen unser Leben natürlich auch. Aber – wenn diese Phasen Überhand nehmen bzw. wenn man sich gefühlt nur noch in solchen Tunnels befindet, dann wird es schnell gefährlich. Nun gibt es hierfür die unterschiedlichsten Ansätze, wie man hier die passenden Ventile findet, die auch groß genug sind, um genug des Dampfes abzulassen. 

Bei mir funktioniert das am allerbesten, wenn ich mich dann einfach frei in der Natur bewegen kann. Wo ich nichts um mich habe. Als eben die Natur, deren Klänge und deren Besonderheiten. Besonders der “Sound der Natur” ist mir hier – gerade in den letzten Zeiten – sehr wichtig geworden. Ich bemerke für mich immer mehr und stärker, dass mir die ständige Dauerbeschallung und das ständige Ausgesetztseins irgendwelcher Konversation viel Energie rauben. Ständig ist man inmitten irgendwelchen Lärms und irgendwelchem Small-Talk. Und wenn man nicht selbst involviert ist, dann wird man Zeuge irgendwelcher lautstärker Konversationen, die immer rings um uns passieren. 

Wenn dann der Punkt erreicht ist bei, an dem ich denke: “Jetzt reicht mir das Ganze!”, dann muss ich einfach raus. Inmitten der Natur, wo ich “einfach nichts” höre, als eben genau diese. Da ich das Glück habe, in einer Gegend daheim zu sein, wo ich immer relativ schnell und ohne großen Aufwand die Natur genießen kann, ist das für ich zu einem wirklichen und absolut wichtigen Ventil geworden. 

Der “Sound der Natur”

Bewusst geworden ist mir das vor ein paar Tagen wieder. Eigentlich ist es mir in der Phase gar nicht so vorgekommen (und genau das macht es aber dann auch gefährlich), aber offensichtlich war ich mal wieder reif. Ich schnappte mir Hund und Sohn, und bin raus. Nach ein paar Metern standen wir an einem Fluss, der jetzt im Frühling nach der Schneeschmelze richtig viel Wasser führte. Und da war in dem Moment einfach nichts – außer wir, der Fluss, die Natur, ein paar Vögel und eine Landschaft, die in der Frühlingssonne richtig aufzuatmen schien. Und genauso so habe auch in dem Moment aufgeatmet. Mit jedem Augenblick mehr, habe ich gemerkt, wie sehr genau so etwas wieder notwendig war. Endlich mal wieder aufatmen, durchatmen und Kraft tanken. Diese paar Augenblicke haben mir wieder gefühlt unendlich Kraft gegeben für die kommenden Aufgaben. 

Natürlich weiß ich, dass es nicht “unendlich Kraft” ist. Aber wenn der Tank und der Akku wieder auf Reserve steht, dann weiß ich jetzt wieder noch viel mehr. was ich dann zu tun habe. 

Viele Grüße aus dem vollgetankten Süden des Herzens, 

Dane