Ja, ich muss schon zugeben, dass die Nachricht bei mir zunächst schon ziemlich eingeschlagen hat: Werner Schmidbauer und Martin Kälberer beenden nach über 20 Jahren ihre Zusammenarbeit im Duo als “Schmidbauer & Kälberer”. Und legen erstmal eine längere Pause, so heißt es in der offiziellen Mitteilung (siehe auch unten). Im ersten Moment hat es mich natürlich traurig gestimmt, hat mich doch die Musik der beiden schon so lange begleitet, und war mir in so vielen Situationen im Leben eine Hilfe, Unterstützung, Bereicherung und hat mich letztlich auch durch viele Phasen in meinem Leben getragen.

Darüber hinaus war es ungemein spannend für mich, die Entwicklung der beiden Musiker und Freunde fast wirklich vom ersten Moment weg zu verfolgen. Seit dem Beginn der beiden “zuzwoatalloa” 1999, nach der Band SchmidbauerS. Von “Viere”, über “dahoam”, die “Zeit der Deppen”, “oweiweida, live”, “Momentnsammler” bis hin zum heute, zu “Wo bleibt die Musik?”.

Die Musik von Werner und Martin war für mich immer absolut authentisch, geerdet und konnte sowohl durch Musik und Text überzeugen, und mich meist sehr schnell tief im Inneren berühren. “Blitzen” nannte ich es immer. So oft habe ich das Gefühl, bereits beim ersten Hören eines Liedes der beiden: “Genauso hätte ich es auch hinschreiben können”. Zeile für Zeile, Wort für Wort. Sie sprach mir immer aus der Seele, und wird das natürlich auch weiterhin tun.

Und natürlich kommen jetzt von vielen Menschen in meinem Umfeld, die wissen, wie wichtig mir Schmidbauer & Kälberer sind, die Nachfragen, wie es mir denn ginge. Nun, wie gesagt, ich streite es nicht ab, dass es mich durchaus traurig gestimmt hat.

Aber, diese Entscheidung der beiden, und wie sie diese kommunizieren, verdient absolut Respekt, und zeigt letztlich auch wieder, wie authentisch und bodenständig Werner und Martin geblieben sind. Sich zu diesem Schritt zu entschließen, in einer Phase, in der sie sämtliche Plätze in Bayern scheinbar mit Leichtigkeit füllen, ein Zusatzkonzert jagt förmlich das nächste, das neue Album “Wo bleibt die Musik?” ist ein absolut genialer Wurf – ich glaube nicht, dass sich viele an der Stelle zu diesem Schritt durchgerungen hätten.

Jede Idee im Leben braucht den richtigen Zeitpunkt. Dass diese umgesetzt werden kann, oder vielleicht auch muss. Und ich glaube, dass bei Werner und Martin nun dieser Zeitpunkt für diese Idee gekommen ist. Sich einfach einmal zurückzuziehen, das Erlebte und Geschaffte einfach auch einmal wirken zu lassen, und sich am Ende auch neu zu definieren.

Daher finde ich es zwar schade, dass ab Mitte 2016 das Kapitel “Schmidbauer & Kälberer” erst einmal geschlossen wird. Grundsätzlich, aber auch bei mir ganz persönlich. Aber wenn man so tief verwurzelt ist mit dem Schaffen der beiden, dann kann man an der Stelle auch nicht anders, als diesen Schritt zu verstehen, und den Sinn, der wie hinter allem steht, weiterzutragen. Und ihnen die Pause zu gönnen, und ihnen dabei alles Erdenklich Gute zu wünschen.

Und wenn man hört und liest, dass die Entscheidung der beiden nicht aus irgendwelchem Streit heraus entstanden ist, oder nicht, weil sie “müssen”, sondern weil beide das wollen, dann ist es gut und richtig so.

Der Vorteil dieser Art der Kunst ist ja – auch und besonders für uns als Freunde der Musik – dass diese auf den Tonträgern weiter existieren wird. Die vielen, vielen Augenblicke die auf den Konzerten erlebt und geschaffen wurden, kann einem ohnehin keiner mehr nehmen, wodurch der Begriff des “Momentnsammelns” eine neue Dimension erhält.

Letztlich kommt ohnehin alles, “wenn’s an der Zeit is”.

Werner, Martin – danke für die vielen, vielen Jahre, die unzähligen Konzerte – einfach für das, was und wie ihr es gemacht habt. Bleibt tatsächlich auch mal ein wenig steh, bevor es dann oiweiweida geht. In welcher Form auch immer. Ich wünsch euch alles Gute!

Aus dem tiefsten Süden meines Herzens

Dane

Es gibt ja unzählige Lieder von Werner Schmidbauer und Martin Kälberer, die mich ungemein tief berühren und innerlich “blitzen”. Eines der Lieder, die dies aber am meisten tun, und immer und immer wieder, ist der Song “I bin dahi”. Daher habe ich mir an dieser Stelle erlaubt, genau diesen Song hinter ein paar Bilder zu legen, die alle über die Jahre auf den Konzerten der beiden entstanden sind.

“I bin dahi” | Werner Schmidbauer & Martin Kälberer | oiweiweida, live (2006)

 

Hier der offizielle Text von Werner Schmidbauer, der auch auf seiner Homepage veröffentlicht wurde:

 

… UND I BLEIB EINFACH STEH …

… das sangen Werner und Martin schon 2003 und sprachen damit vielen unserer Hörer aus der Seele. Es ist die Aufforderung an sich selbst, ab und zu innezuhalten und zu überdenken, woher man kommt und wohin man geht, denn jede erfolgreiche berufliche Tätigkeit hat ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten und birgt die Gefahr, sich einfach von Strom der Ereignisse weiter tragen zu lassen.

Deshalb haben wir uns entschlossen, die Zusammenarbeit als Duo „Schmidbauer & Kälberer“ zum Sommer 2016 erst einmal zu beenden und uns eine längere Pause zu gönnen.

Vor 22 Jahren standen wir das erste Mal gemeinsam auf der Bühne. Ob in kleinen Clubs, Konzertsälen, großen Hallen oder Open-Airs …wir haben jedes Konzert genossen und alles gegeben, ständig versucht uns weiterzuentwickeln und haben uns als Duo immer wieder neu erfunden. Unsere Zuhörerschaft ist mit uns mitgewachsen, uns treu geblieben und ist unsere Wege mitgegangen. In all den Jahren haben wir uns kein einziges Mal ernsthaft gestritten und könnten menschlich und musikalisch wahrscheinlich ewig so weitermachen…

Aber nach 11 gemeinsam produzierten Alben und weit über 1500 Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien ist es an der Zeit, einmal eine Zäsur zu setzen und sich neu zu definieren.

Vor dieser Kreativpause nach dem Motto „Aufhören wenn’s am schönsten ist!“ werden wir noch bis Juli 2016 intensiv und voller Energie mit unserem aktuellen Programm unterwegs durch Deutschland und Österreich sein.

Wo bleibt die Musik? ist unser elftes, bisher persönlichstes und spielfreudigstes Album, mit dem wir momentan mit großer Freude und vor vollen Häusern auf großer Tour sind…

Als Höhepunkt und Abschluss unseres gemeinsamen Projektes wird es im Juli 2016 ein großes Konzert mit vielen musikalischen Überraschungen in unserer Heimat, in Bad Aibling / Rosenheim geben, auf das sich alle Freunde der Musik von Schmidbauer & Kälberer schon jetzt freuen dürfen.

Und weil wir Musiker mit Leib und Seele sind, werden wir danach aber sicher nicht in musikalische Altersteilzeit gehen, sondern uns – jeder auf seine Weise – mit Zeit und Muße neuen Herausforderungen stellen und neue musikalische Projekte in Angriff nehmen … denn: Aufgebn werd am Schluss!

 Und letztlich geht es …

OIWEI WEIDA!!

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