Enthalten auf der ersten Studio-CD der SchmidbauerS, zählt dieser Song von Werner Schmidbauer ohne Zweifel zu den von mir am meisten gehörten Liedern. Ich fand es gerade auch dann in der Live-Umsetzung zusammen mit Martin Kälberer ein wahnsinnig beeindruckendes und sehr kraftspendendes Lied. Insofern hat mich dann nicht überrascht, als Werner auf einem der Konzerte in der Anmoderation zu dem Lied mal erzählte, dass es ursprünglich ein sehr trauriges und nachdenkliches Lied war. Wenn man sich nur den Text betrachtet, dann mag das durchaus auch zutreffen. Aber ich fand es dann live, wenn die Zuhörer dann gemeinsam den Refrain mitsingen (und bei dem Song muss man zwangsläufig irgendwann mitsingen), eben genau das Gegenteil.

Das Lied hat plötzlich eine andere Wendung genommen.

Und das war es auch, was Werner dann meinte: “Das Lied hat live plötzlich eine ganz andere Wendung genommen. Zusammen mit dem Publikum gesungen, wurde aus diesem ursprünglich traurigen Song plötzlich auch für mich ein positives, kraftspendendes und motivierendes Lied.”

Den letztlich ist es ja auch tatsächlich so: Egal, wie viele gute Freunde man hat, den ersten und den letzten Weg im Leben geht man eben alleine.

Man sieht an diesem Beispiel glaub ich ganz gut, welche Kraft und welche Wirkung die Musik entwicklen kann. Wenn man sich darauf einlassen kann, dann wird aus einem Song Kraft und Mut. Und das schafft “Mia gengan olle unseren Weg” von Werner Schmidbauer – trotz all der Jahre – immer und immer wieder.

Besonders auch noch zu erwähnen ist bei diesem Song die Unterstützung der wunderbaren Valerie McCleary. Mit ihrer unvergleichlichen Stimme gibt sie sowohl auf der Studio-CD als auch in der Live-Version diesem Song noch den genau richtigen Schliff.

Werner Schmidbauer – Mia gengan olle unseren Weg

Sog moi Vater, jetzt bist du so lang schon tod. So lang scho hob i nimmer mit dir g’redt.
Dabei hätt i di so gern no so vui g’fragt. Hättst ma sicher no so vui zoagt für mein Weg.
I hätt so gern g’wusst, wia war dei letzter Weg für di. Hast Angst g’habt, oder hast du nomoi g’lacht.
Du hast so vui mehr Kraft und Mut g’habt als wie i. Und trotzdem hast di ganz alloa aus’m Staub g’macht.

Mia gengan olle unseren Weg, olle unseren Weg…alloa.
Mia gengan olle unseren Weg, olle unseren Weg…alloa.

Sog moi, mei Bua, wie du do vor mir sitzst und spuist. Mit deim kloana Auto auf Safari gehst.
I daad gern wissen, ob du mei Wärme für di a fühlst. Und mein Angst vor dera Zeit, wenn du moi gehst.

Mia gengan olle unseren Weg, olle unseren Weg…alloa.
Mia gengan olle unseren Weg, olle unseren Weg…alloa.

Sog moi Baum, wia du do stehst seit hundert Jahr, so staad und gross dein Schatten auf mi legst.
Geh weida, sing dei Liad vo dem wos werd, vo dem wos war,
und de Nächte wenn du ganz alloa do stehst.

Mia gengan olle unseren Weg, olle unseren Weg…alloa.
Mia gengan olle unseren Weg, olle unseren Weg…alloa.