Nennen wir sie Anna

von Daniel | 18. Feb. 2024 | Geschichten, Handpan | 0 Kommentare

Der Skulpturengarten in Waldhäuser zählt mittlerweile zu meinen wirklichen Lieblingsplätzen wenn es um besondere Locations für besondere Klänge geht. In den Sommermonaten, an schönen Abenden, stehen die Chancen da recht gut, mich dort oberhalb des wunderbaren Bergdorfes Waldhäuser, welches für sich einen ganz besonderen Charme hat, mit meinen Handpans anzutreffen.

Kraft tanken und klimpern

Und so war es auch vor einiger Zeit mittlerweioe, als ich mich – wie meist – recht spontan aufmachte, um die untergehende Sonne dort oben zu geniessen, den Ausblick, die Ruhe, die Atmosphäre aufzusaugen, Kraft zu tanken und dazu einfach ein wenig zu klimpern.

Ich bin froh drum, aber es verwundert mich oft auch, dass wenn ich dort bin und inmitten des Skulpturengartens auf einer Bank sitze, meist allein bin. Es ist doch einfach ein ganz wunderbarer Platz. So war es dann letztlich auch an diesem Abend, zumindest zu Beginn. Nach einer kurzen Weile gesellte sich eine Familie dazu, die wie sich rausstellte im Urlaub in der Region unterwegs waren. Es sollte wie sooft eine ganz wunderbare und angenehme Begegnung werden.

Anfangs merkte ich gar nicht, dass die Familie – Vater, Mutter und zwei Töchter – die RavPan-Klänge schon einige Zeit genossen haben. Sie sprachen mich auf das Instrument an, und es entwickelte sich ein interessantes und interessierendes Gespräch rund um das Instrument, die Musik, über Werner Schmidbauer, Martin Kälberer, den Süden – und es stellte sich schnell heraus, dass ich da auf eine gleichermaßen nette wie musikalische Familie getroffen bin. Besonders das kleine Mädchen, Anna, etwa 6 oder 7 Jahre alt, war sehr interessiert, aber auch sehr schüchtern und zurückhaltend. Anfangs zumindest.

Ihre Augen strahlten

Ich bat sie zu mir, und bot ihr an, einmal die Handpan, in dem Falle war ich mit der Rav Pan unterwegs, kurz spielen zu dürfen. Das mache ich nicht oft, aber irgendwie war ich mir bei Anna sehr, sehr sicher, dass sie mit dem Instrument gut und angemessen umgehen wird. Nach etwas Überredungskunst hat sie sich dann letztlich doch getraut, zumindest ein paar Töne auf der Handpan anzuspielen. Und plötzlich – die Schüchternheit und Zurückhaltung war wie weggefegt. Sie erzählte mir von der Schule, vom Urlaub, von ihren musikalischen Erlebnissen und ganz besonders stolz schließlich vom Klavier, dass sie von ihrem Opa geschenkt bekommen hat. Und auf dem sie seit einiger Zeit fleißig übt.

Ihre Augen strahlten und die Begeisterung und Freude waren Anna in jedem Satz und jedem Wort anzumerken. Auch wenn es nicht allzu lang war, so hat mir das Gespräch mit Anna, aber auch mit ihrer Familie sehr gut getan und hat mich bereichert. Zum Schluss spielte ich noch ein wenig auf der Rav, sie genossen die Atmosphäre der untergehenden Sonne – und verabschiedeten sich schließlich mit dem Satz: „Dieses Erlebnis hat unseren Urlaub bereichert.“

Ein tolles Erlebnis an einem besonderen Platz. Vielleicht sehen wir uns dort ja mal.

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